Kostenloses Girokonto mit Kreditkarte - Lohnt sich das?

Immer mehr Banken versuchen, Neukunden mit Kombinationsangeboten zu locken. Diese können zum Beispiel aus einem Girokonto und kostenfreier Kreditkarte bestehen. Im Gegensatz zur separat beantragten Kreditkarte bieten die in Kombination mit einem Girokonto angebotenen Plastikkarten häufig attraktivere Konditionen. Aber lohnt sich der Abschluss eines Girokontos mit Kreditkarte wirklich oder lassen sich die Banken dieses Angebot auf andere Weise bezahlen?

 

Girokonto: Zuschussgeschäft mit Hintergedanken

Für Banken sind Girokonten allein nur wenig lukrativ. Die Kosten, die ein Girokonto verursacht, liegen in der Regel deutlich über den damit erzielten Einnahmen. Trotzdem gehören Girokonten zu den wichtigsten Finanzprodukten der Banken. Die Geldhäuser sehen das Girokonto als Möglichkeit, neue Kunden an sich zu binden und so im Laufe der Zeit zu ihrer Hausbank zu werden. In der Folge können dann lukrativere Finanzprodukte wie Geldanlagen oder Kredite an den Kunden gebracht werden. Eine noch höhere Kundenbindung erreichen die Geldinstitute, wenn der Kunde nicht nur das Konto für alltägliche Zahlungen verwendet, sondern zusätzlich noch eine Kreditkarte der Bank nutzt.

 

Konditionen kostenloser Kreditkarten mit Girokonto

Die Leistungen von kostenlosen Kreditkarten, die nur in Kombination mit Girokonten angeboten werden, können überzeugen. Neben den vollständig entfallenden Jahresgebühren bieten sie häufig eine weltweit kostenlose Bargeldabhebung an Geldautomaten und keine oder nur geringe Gebühren für den weltweiten Karteneinsatz in Geschäften, Hotels oder an Tankstellen. Positiv fällt auch der effektive Jahreszins auf, der in einigen Fällen nur halb so hoch ist wie bei herkömmlichen Kreditkarten ohne Girokonto. Auch wenn die Angebote verlockend klingen, sind die kostenlosen Kreditkarten mit Girokonto jedoch nicht unbedingt für jeden Kunden die beste Wahl.

Diese attraktiven Konditionen sollen Kunden zu einem schnellen Abschluss verleiten. Als zusätzlichen Anreiz werben die Geldhäuser häufig mit Gutschriften und anderen Boni. Trotzdem sollten Sie nicht vorschnell agieren und sich genau überlegen, ob ein Girokonto mit Kreditkarte wirklich benötigt wird. Denn: Girokonten und Kreditkarten werden wie Kredite und Leasingverträge automatisch in die SCHUFA eingetragen. Der Besitz mehrerer Girokonten und Kreditkarten kann so ungewollt zu einer Verschlechterung des SCHUFA-Scores führen und sich damit auch auf andere Bereiche des Konsumverhaltens negativ auswirken.

Die Angebote mit Girokonto und kostenloser Kreditkarte eignen sich in erster Linie für Verbraucher, die sich von ihrem bisherigen Geldinstitut trennen möchten. Sie sollten ihr bestehendes Girokonto bei Beantragung eines neuen Kontos unbedingt ordentlich kündigen. Erst dadurch wird das Girokonto von der Bank aus der SCHUFA-Akte gelöscht. Ein weiterer Vorteil der ordentlichen Kündigung ist, dass Kunden nach einer Weile wieder als Neukunden angesehen werden und erneut von besonderen Konditionen profitieren können.

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